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  • Tine Lange

Die drei größten Fehler, die du vermeiden solltest, wenn du deinen Hund allein lässt

1. Ausprobieren

Hunde sind soziale Wesen. Ein Welpe, der bei dir einzieht, hat wahrscheinlich noch keine einzige Sekunde in seinem Leben allein verbracht. Das sollte er auch nicht. Er ist noch nicht allein überlebensfähig und deshalb schlägt sein Körper ganz schnell Alarm, wenn er allein ist. Er weiß nicht, dass du wiederkommst und er hat noch keinerlei Strategien gelernt, um mit dem Alleinsein klarzukommen.


Auch wenn ein ausgewachsener Hund bei dir einzieht, solltest du ihn nicht einfach allein lassen.

Er wurde aus seinem bekannten Umfeld herausgerissen und braucht Zeit, um anzukommen, Vertrauen zu fassen und in dieser neuen Umgebung Strategien zu lernen, um mit dem Alleinsein klarzukommen.


Ich würde jeden neuen Hund in den ersten vier Wochen auf gar keinen Fall allein lassen.

Das heißt aber nicht, dass du nicht mit dem Training beginnen kannst.

Konditionierte Entspannung, Trennungszeiten (in deiner Anwesenheit) und selbständige Beschäftigung kannst du ab der dritten Woche aufbauen.


2. Langsam die Zeit steigern.

Versteh mich nicht falsch. Natürlich muss die Trennungszeit langsam gesteigert werden. Aber die meisten verstehen darunter: “Ok, dann gehe ich heute eine Minute vor die Tür, morgen zwei, und so weiter.”

Bei diesem Vorgehen werden viele Trainingsschritte vergessen, die viel wichtiger sind, als die reine Steigerung der Zeit.


Als erstes muss dein Hund lernen ohne dich zu entspannen.

Diese Strategien musst DU ihm allerdings beibringen. Während er das lernt, solltest du ihn NICHT allein lassen. Auch nicht für eine Minute! Damit kannst du dir dein gesamtes Training zerschießen.

Das “richtige” Alleinlassen findet erst statt, wenn du die ersten Trainingsschritte erfolgreich aufgebaut hast.


3. Er wird lernen, dass ich wiederkomme.

Wäre doch schön, wenn wir unseren Hund einfach ein paar Mal allein lassen könnten. Und jedes Mal, wenn wir wieder zur Tür reinkommen, geht ihm ein Licht auf. “Aahh, die kommen ja immer wieder. Toll!”

So funktioniert es leider nicht. Stattdessen steht ein Hund mit Trennungsstress die gesamte Zeit, in der er allein ist, unter Strom. Stresshormone werden ausgeschüttet und er fühlt sie so richtig sch***.

Was er also lernt ist: Allein sein fühlt sich schrecklich an und wenn die Menschen wiederkommen, ist die gruselige Zeit endlich vorbei.


Dein Hund kann nicht stundenlang in die Zukunft schauen und sich mit dem Gedanken beruhigen, dass du bald wiederkommst.

Er kann Zeit nicht auf diese Art und Weise reflektieren. Er fühlt das, was in dem Moment passiert. Und er wählt seine Strategie, um mit dieser Situation umzugehen.


Diese Strategien sehen ganz unterschiedlich aus.

Manche Hunde zerkauen das Sofa oder zerkratzen die Tür.

Manche heulen oder bellen.

Manche verrichten vor lauter Stress ihr Geschäft.

Und manche laufen, stehen, sitzen oder liegen völlig gestresst, bis der Mensch endlich wiederkommt.

Das Leid dieser Hunde bleibt traurigerweise oft unentdeckt. Weil “Alleine bleiben können” für die meisten Menschen eben einfach “Klappe halten und nichts kaputt machen” heißt.



Wie das Training strukturiert sein muss, damit dein Hund WIRKLICH entspannt allein bleibt:

  1. Dein Hund lernt ohne dich zu entspannen und sich ohne dich zu beschäftigen.

  2. Diese Entspannung wird so verknüpft, dass sie später auf Knopfdruck abrufbar ist.

  3. Du etablierst Trennungszeiten (in deiner Anwesenheit).


Diese allgemeingültige Trainingsstruktur sollte individuell auf deinen Hund angepasst werden. Es gibt noch einige weitere wichtige Faktoren, die du mit deiner Trainer*in besprechen solltest, zum Beispiel die Gesundheit deines Hundes und der Umgang mit Schlüsselreizen.


Du hast nun schon den ersten wichtigen Schritt gemacht, indem du zukünftig die drei größten Fehler vermeidest.

Nun musst du nur noch das Training für deinen Hund planen und täglich ein paar Minuten in euer Training investieren.


Wenn du dir dabei Unterstützung wünschst, dann melde dich gern bei mir über das Kontaktformular.


Ich wünsche dir und deinem Hund von Herzen viel Erfolg bei eurem Training!

Auf das ihr beide bald eure neu gewonnene Freiheit genießen könnt!


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